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Regenwasser versickern: geht das auf meinem Grundstück?

2. September 2026

Die Zeiten, in denen Regenwasser selbstverständlich in die Kanalisation lief, sind vorbei. Immer mehr Gemeinden verlangen bei Neubauten, dass Niederschlagswasser auf dem Grundstück versickert, und koppeln daran auch die Abwassergebühr.

Wovon es abhängt

Die Durchlässigkeit des Bodens. Sie wird als Durchlässigkeitsbeiwert angegeben. Sand und Kies liegen im gut versickerungsfähigen Bereich, Schluff im Grenzbereich, Ton praktisch nicht.

Der Abstand zum Grundwasser. Zwischen der Sohle der Versickerungsanlage und dem höchsten Grundwasserstand soll ein Mindestabstand bleiben, üblicherweise ein Meter. Er sorgt dafür, dass das Wasser gereinigt wird, bevor es das Grundwasser erreicht.

Der Platz. Eine Versickerungsanlage braucht Fläche, und sie darf nicht zu nah an Gebäude und Grundstücksgrenzen heranreichen.

Was die Karten dazu sagen

Die Hydrogeologische Übersichtskarte nennt die Gesteinsart und die Hohlraumart. Ein Porengrundwasserleiter aus Sand und Kies ist ein gutes Zeichen, ein bindiger Untergrund oder ein Pseudogley in der Bodenkarte ein schlechtes.

Das ist eine Voreinschätzung. Den Durchlässigkeitsbeiwert liefert nur ein Versickerungsversuch auf dem Grundstück, und den macht der Bodengutachter im Rahmen der Baugrunduntersuchung mit.

Die üblichen Bauformen

  • Flächenversickerung. Über eine bewachsene Fläche, die einfachste und wartungsärmste Lösung, braucht aber Platz.
  • Muldenversickerung. Eine flache Mulde, in der sich Wasser kurzzeitig sammelt.
  • Rigolen und Rohrrigolen. Unterirdische Speicher aus Kies oder Kunststoffelementen, platzsparend, aber wartungsintensiver.
  • Mulden-Rigolen-System. Kombination aus beidem, gut bei mäßiger Durchlässigkeit.
  • Schachtversickerung. Nur wenn eine gering durchlässige Schicht durchstoßen werden muss; erfordert besondere Prüfung, weil die Reinigungswirkung des Bodens umgangen wird.

Wenn es nicht geht

Bei bindigem Boden oder hohem Grundwasserstand bleibt die Rückhaltung: eine Zisterne oder ein Rückhaltebecken, aus dem gedrosselt in den Kanal abgegeben wird. Manche Gemeinden fördern Zisternen, weil sie das Kanalnetz bei Starkregen entlasten.

Auch ein Gründach zählt in vielen Satzungen als Rückhaltemaßnahme und reduziert die abzuführende Menge erheblich.

Genehmigung

Eine Versickerung von Niederschlagswasser ist eine Gewässerbenutzung im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes. Kleine Anlagen für Dachflächen von Wohnhäusern sind in den meisten Ländern erlaubnisfrei, solange bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Was genau gilt, erfahren Sie bei der unteren Wasserbehörde.

Häufige Fragen

Kann ich Wasser von Terrasse und Einfahrt mitversickern?
Meist ja, wenn die Flächen nicht gewerblich genutzt und nicht mit Chemikalien belastet werden. Für Hofflächen gelten teilweise strengere Anforderungen.
Was ist mit Dachbegrünung und Zisterne zusammen?
Das ist eine gute Kombination: Das Gründach hält zurück und verzögert, die Zisterne speichert für die Gartenbewässerung.
Bekomme ich eine niedrigere Abwassergebühr?
In Gemeinden mit getrennter Gebühr für Schmutz- und Niederschlagswasser meist ja. Das ist kommunal geregelt.
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Ein Fundament auf dem falschen Baugrund oder ein Keller im Grundwasser kostet Zehntausende, ein Baugrundgutachten einige Tausend Euro. Der Bericht führt die sechs amtlichen Kartenwerke für Ihre Adresse zusammen, bevor Sie einen Architekten oder ein Bohrunternehmen beauftragen; er ersetzt kein Baugrundgutachten.

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